Maria Valtorta
Die Hefte des Jahres 1943
(Aus dem Italienischen übersetzt,
in der Reihenfolge der französischen Ausgabe von 2002)
| Nr. | Datum | Titel | MP3 | Länge | YouTube |
|---|---|---|---|---|---|
| 001 | 22. April | Wie ein Veilchen zu Füssen des Kreuzes | MP3 | 9:32 | YouTube |
| 002 | 23. April | Karfreitag: Erstes Diktat Jesu über die Mit-Erlösung | MP3 | 5:21 | YouTube |
| 003 | 24. April | Karsamstag, Maria von Magdala und die Auferstehung | MP3 | 5:16 | YouTube |
| 004 | 1. Mai | Das Opfer der kleinen unschuldigen Kriegsopferlämmer | MP3 | 3:23 | YouTube |
| 005 | 10. Mai | Geheimnisvolles hervorspriessen einer Lilie | MP3 | 7:17 | YouTube |
| 006 | 13. Mai | Zweifel und Zögern, Vision und Anwesenheit Jesu | MP3 | 29:37 | YouTube |
| 007 | 14. Mai | Beseligung durch die übernatürlichen Gespräche | MP3 | 2:06 | YouTube |
| 008 | 19. Mai abends | Nur Gottes Werk hat Bestand | MP3 | 3:32 | YouTube |
| 009 | 21. Mai | Gnaden, die den Menschen durch Fürbitte gewährt werden | MP3 | 11:22 | YouTube |
| 010 | 22. Mai | Mystische Erfahrung der Verschmelzung in Gott | MP3 | 8:12 | YouTube |
| 011 | 24. Mai | Betrachtungen über die Güte Gott Vaters | MP3 | 3:26 | YouTube |
| 012 | 28. Mai | Gott wirkt das Gute in der Seele | MP3 | 7:33 | YouTube |
| 013 | 31. Mai | Reinigung durch Liebe und Vereinigung mit Gott | MP3 | 9:11 | YouTube |
| 014 | 1. Juni | Die büssende Sühneleistung der Miterlöser | MP3 | 7:24 | YouTube |
| 015 | 2. Juni | Die Undankbarkeit der Menschen gegenüber der unendlichen Liebe Jesu | MP3 | 15:38 | YouTube |
| 016 | 3. Juni | Das Evangelium als Zeichen der göttlichen Allmacht | MP3 | 6:25 | YouTube |
| 017 | 4. Juni | In der Eucharistie wird dem Herzen Gottes Wiedergutmachung geleistet | MP3 | 9:41 | YouTube |
| 018 | 5. Juni | Das zweite Kommen Christi: Stunde des Gerichts | MP3 | 3:45 | YouTube |
| 019 | 5. Juni | Gebet zur Schmerzenhaften Mutter | MP3 | 4:15 | YouTube |
| 020 | 6. Juni | Wesen und Wirkungen der Gnade | MP3 | 8:28 | YouTube |
| 021 | 7. Juni | Wachsamkeit der Seele, um die Gnade zu bewahren | MP3 | 6:34 | YouTube |
| 022 | 7. Juni | Eitelkeit aller Wissenschaft, die den Hl. Geist verachtet | MP3 | 15:29 | YouTube |
| 023 | 8. Juni | Notwendigkeit, das Heil zu wollen | MP3 | 13:20 | YouTube |
| 024 | 9. Juni | Aufopferung der berechtigten Trauer | MP3 | 4:24 | YouTube |
| 025 | 10. Juni | Die Wirkungen der hl. Eucharistie | MP3 | 8.52 | YouTube |
| 026 | 11. Juni | Jesus tröstet M.V. angesichts menschlichen Unverständnisses | MP3 | 10:32 | YouTube |
| 027 | 12. Juni | Eroberung der Seele durch die Liebe, die dadurch willfährig gemacht wird | MP3 | 8:46 | YouTube |
| 028 | 13. Juni | Vorbereitung der Seele auf den Empfang des Heiligen Geistes | MP3 | 7:42 | YouTube |
| 029 | 14. Juni | Die unsichtbaren Stigmata des Schmerzes | MP3 |
15:50 |
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| 030 | 15. Juni | Versuchung durch Zweifel; Aufforderung zum Gebet für die Ordensfrauen | MP3 | 18:00 | YouTube |
| 031 | 16. Juni | Notwendigkeit des Opfers durch die Opferseelen | MP3 | 13.08 | YouTube |
| 032 | 17. Juni | Menschliche Klugheit und übernatürliche Klugheit | MP3 | 5:10 | YouTube |
| 033 | 18. Juni | Die heilige Eucharistie, die wunderwirkende Speise | MP3 | 5:51 | YouTube |
| 034 | 19. Juni | Der Kampf der Engel gegen die Dämonen | MP3 | 12:26 | YouTube |
| 035 | 20. Juni | Die hl. Eucharistie, Geschenk des heiligsten Herzens Jesu | MP3 | 2:24 | YouTube |
| 036 | 21. Juni | Die Seele eine Zisterne in der Wüste | MP3 | 9:51 | YouTube |
| 037 | 22. Juni | Gott niemals aus den Augen verlieren | MP3 | 2:40 | YouTube |
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MP3 einfach clean machen, alles! Und sauber anschreiben, fertig! Bis 028 Clean
Lebendige inmitten dieser Öde. Ich sah deutlich den dichten Blätterschopf,
die Blättchen, die einander stützten, wie um den peitschenden Winden auf der
Höhe zu widerstehen. Einige halbgeöffnete Veilchenknospen zeigten ihre Köpfchen
über dem grünen Schopf. Ein einziges Veilchen war voll erblüht. Schön, kräftig
in der Farbe, ganz geöffnet und zum Himmel hin gereckt.
Dass ich es so aufrecht, wie von einer ausserordentlichen Kraft angezogen,
stehen sah, erweckte meine Aufmerksamkeit und fesselte meinen Blick. Und dann
sah ich eine Holzplanke, eine grobe Holzplanke, in den Boden eingelassen. Sie
war wie ein ungehobelter Stumpf, roh und uneben. Etwa eineinhalb Meter über dem
Boden sah ich zwei durchbohrte Füsse, und dass sie furchtbar gemartert waren,
zeigte die Verkrampfung ihrer Zehen an, die fast bis zur Fusssohle umgebogen
waren, wie in einem Tetanuskrampf.
Blut, das an den Fersen entlanglief, tropfte auf die zerfurchte
Planke und lief in Rinnsalen bis auf den Boden. Anderes tropfte von den
verkrampften Zehen herab und fiel auf das Veilchenbüschel. Das war es also,
wohin das ganz zum Himmel ausgereckte Veilchen sich hin spannte. Zu jenem Blut
hin, das es nährte, jenes einzige Büschel Grün nährte, welches es in all der Öde
geschafft hatte, neben diesem Holz aufzuwachsen.
Diese Vision hat mir so viel gesagt … Und als Sie kamen, war ich noch
dabei, dieses Zeichen zu betrachten, das meine Predigt vom Mittwoch in der
Karwoche war. Die Szene hat sich nicht verwischt. Solche verwischen sich nicht
leicht. Sie bleiben ins Gedächtnis eingraviert, auch wenn die alltäglichen Dinge
sie überlagern oder sie zu überlagern versuchen.
Heute Morgen dann, bevor Sie kamen, habe ich den übrigen Körper
wahrgenommen, denn er erschien und verflüchtigte sich wie unter fluktuierenden
Nebelschleiern. Andere Male war das Bild viel deutlicher … Aber da schien es mir
tot, während es mir jetzt lebendig erscheint. Und ich glaube, dass es Jesu
grosse Pietät ist, mir heute nicht sein Antlitz zu zeigen. Jesus ist so betrübt;
die Traurigkeit, die ihm die nicht nachlassende, sondern ganz im Gegenteil immer
mehr zunehmende menschliche Bosheit bereitet, hat ein solches Ausmass erreicht,
dass wir, ohne vor Schmerz zu sterben, den Ausdruck seines göttlichen Antlitzes
nicht ertragen könnten.
Jesus, mein Meister, sagt mir mit seinem tonlosen Wort, dass mein Platz
mehr als je zu Füssen seines Kreuzes ist. Allein aus seinem Blut soll ich Leben
saugen … Und meine Aufgabe ist einzig die, Weihrauch zu Füssen seines
Erlöserthrones zu sein, Weihrauch, dessen Duft den 23. April ekelerregenden
Geruch der Sünde, der Bosheit, der Barbarei, den die Erde ausdünstet, überdeckt.
Weihrauch spendet nur Duft, indem er brennt und sich verzehrt. Und das soll ich
tun.
Die Vision sagt mir auch, dass das Blümchen noch andere
Blicke auf sein Kreuz hinlenken, noch weitere Geschöpfe unter den Regen seines
Blutes neigen kann. Dass ist genau der Auftrag, den das Blümchen dem Nächsten
und Gott gegenüber hat: Liebessühne gegenüber Jesus und Anziehung vieler Herzen
zu Jesus dadurch, dass es zu diesem Zweck in der kahlen Wüste lebt, ganz allein
bei dem Kreuz.
Ich könnte sagen, dass ich mit den Lippen gegen die durchbohrten Füsse
gepresst verblieb, wie um an einer zugleich frischen und glühenden Quelle zu
trinken …
Dann habe ich heute Morgen gegen 10 Uhr einen Brief von einer meiner
Ordensschwestern erhalten, den ich Ihnen zeigen werde; in ihm ist genau von
dieser Mission zu Füssen des Kreuzes die Rede; dem Brief liegt ein Bild eines
Kruzifixus bei; darunter ein brennendes Weihrauchfass mit der folgenden
Inschrift: "Mein Gebet soll sich wie Weihrauch zu Deinem Antlitz erheben." Ich
habe das Ganze als eine stumme Ansprache meines Jesus an seine kleine Hostie
aufgefasst, die sich nach und nach mehr durch Liebe als durch die Krankheit
verzehrt.
Ich denke daran, dass morgen der Karfreitag ist: der Tag der Tage für mich.
Ich möchte Opfer über Opfer anhäufen, um einen wahrhaften Sühnetag daraus werden
zu lassen. Aber Maria (Valtorta) kann nur so wenig tun! Nun gut, tun wir also
das Wenige. Übrigens … kann es sein, dass morgen Jesus selbst dafür sorgen wird,
mir meinen Anteil am Sühneschmerz zuzuteilen. Ich bleibe hier, ganz nahe ans
Kreuz gepresst. Das ist ja der Platz aller Marien. So wird mir auch nicht das
kleinste Zeichen meines Erlösers entgehen …